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MPC: Vorstandspersonalie und vorläufige 2018er-Zahlen
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Solvium Capital: Alte Probleme in neuem Gewand

Versicherung und Containerherkunft werfen Fragen auf

24.02.2013, von Alexander Endlweber
ftx - aktuelle News
  • Air France lässt Option für ersten A380 von Dr. Peters verstreichen

    Der zehnjährige Leasingvertrag mit Air France für den A380 des Flugzeugfonds X (DS 135) begann mit Auslieferung des Flugzeugs am 10. Februar 2010. Der Vertrag sah eine Option zur Verlängerung um zunächst drei Jahre vor. Sie hätte 12 Monate vor Ablauf des Vertrags, also am 10. Februar 2019 gezogen werden müssen. Für den ersten von fünf A380, die Air France bei Dr. Peters-Fonds geleast hat, herrscht inzwischen also Gewissheit: Das Flugzeug ist einstweilen ab dem 11. Februar 2020 ohne Beschäftigung. Das nächste kritische Optionsdatum betrifft den A380 aus dem Flugzeugfonds XI (DS 136). Hier hat Air France noch die Möglichkeit, die Option auf Verlängerung des Vertrags um drei Jahre bis zum 12. August dieses Jahres zu ziehen.
  • Aviarent Personalien

    Yenna Haack ist neues Mitglied im Vorstand der Aviarent Invest AG neben Mathias Giebken und Ralf Otzen. Seit Anfang des Jahres ist sie auch zusammen mit Sascia Hauke in der Geschäftsführung der AviaFund Solution Services GmbH. Harald Strelen ist neuer Geschäftsführer der AviaRent Capital Management S.à r.l. AviaRent betreut mit dem französischen Partner Primonial im Bereich Pflege und Bildung derzeit ein Fondsvolumen von rund 4,5 Milliarden Euro.
  • DFV erwirbt NH Hotel in Deggendorf

    Die DFV Deutsche Fondvermögen GmbH hat das NH Hotel in Deggendorf von der Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH erworben. Betreiberin bleibt die NH-Hotel Group. Das Hotel verfügt über 125 Gästezimmer, Restaurant, Bar und Tagungsmöglichkeiten.
  • KGAL Meleta: Freudentränen und ein Wermutstropfen

    KGAL hat die Mainzer Büroimmobilie, die der geschlossene Fonds Alcas 023 Meleta seit 20 Jahren bewirtschaftete, mit einem tollen Ergebnis für die Anleger verkauft. Das geschah jedoch gewissermaßen gegen den eigenen Willen. Wie es dazu kam, lesen Sie im Login-Bereich.
  • HEH ist „Retail Placement House of the year“

    Die HEH Hamburger EmissionsHaus AG wurde nach 2017erneut dem Award „Retail Placement House of the year“ der Publikation Global Transport Finance ausgezeichnet. HEH wurde für die erfolgreiche Platzierung einer Serie von Regionaljets mit dem Leasingnehmer Iberia Regional/Air Nostrum ausgezeichnet insbesondere für die professionelle und zügige Umsetzung der Transaktion. HEH hat seit dem Einstieg in die Flugzeugfinanzierung im Jahr 2007 23 Flugzeugfonds, davon fünf AIFs nach KAGB mit einem aggregierten Investitionsvolumen von über 500 Millionen EUR aufgelegt.
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Containerisation. Der Schiffstransport hat sich in den vergangenen Jahren noch stärker „containerisiert“. Das beflügelt die Anbieter von Containerinvestments. Der Trend weg von Containerfonds hin zu Direktinvestments setzt sich weiter fort. Das Prinzip der Produkte ist zwar denkbar einfach. Die Risiken sind aber für viele unüberschaubar hoch. Anleger erwerben von den Produktanbietern verschiedene Container. In der Werbung heißt es, dass diese Boxen bereits (langfristig) vermietet sind. Mit dem Kaufvertrag unterschreiben die Anleger einen Mietvertrag. Der Anleger vermietet seine Container dem Verkäufer zurück; der wiederum vermietet die Container letztendlich an die Reeder.

Rückkauf. Am Ende der Laufzeit – in der Regel drei bis fünf Jahre nach dem wirksamen Vertragsabschluss – können die Anleger ihre Container an den Verkäufer zurückverkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung wird bereits bei der Investition geschlossen. Der spätere Rückkaufspreis steht nicht fest; in den Verkaufsunterlagen werden also Annahmen getroffen oder Abschläge vorgenommen. Mit einer Ausnahme: bei Solvium Capital sollen die Anleger am Ende der Laufzeit garantiert den ursprünglichen Kaufpreis erhalten. Stellt sich die Frage, ob das überhaupt möglich ist.

Fragwürdige „Versicherung“. Fragen wirft unterdessen das Konzept der Protect-Reihe von Solvium Capital – einst als Carat Capital gegründet – auf. Der Anbieter aus Castrop-Rauxel, an dem der Hamburger Fondsinitiator Conrendit beteiligt ist, wirbt mit einer Absicherung der Basismiete und des Rückkaufpreises durch „eine internationale führende Versicherung“. Stellenweise wirbt das Unternehmen mit einer „namhaften deutschen Versicherung mit Ratings im oberen Investment-Grade“. Doch was oder wer für welche Ereignisse und über welchen Zeitraum versichert ist, verrät Solvium Capital weder in den Verkaufsunterlagen noch auf Anfrage. Geschäftsführer Marc Schumann, der jedenfalls bis vor kurzem auch bei Conrendit tätig war, blockte mit dem Verweis auf das Geschäftsgeheimnis ab.

Allianz winkt ab. Selbst Investoren und Vertriebspartner bekommen die angeblich vorhandene Versicherung, für die es entsprechende Vertragsunterlagen geben müsste, nicht zu sehen. Stattdessen reicht der Anbieter bei Bedarf ein Wirtschaftsprüfer-Schreiben herum, das die Existenz der Versicherung bestätigen soll. Außerdem suspekt: Nicht einmal der Name der Versicherung wird genannt. Nur wenn Vertriebspartner beharrlich nachfragen, wird die Allianz als Versicherer genannt. Unsere redaktionelle Anfrage bei Deutschlands größter und führender Versicherung ergab jedoch, dass im gesamten Konzern keine Versicherung zur Absicherung der Basis- und Kapitalrendite bei Solvium-Anlageprodukten existiert.

Auch die Herkunft wirft Fragen auf. Interessant ist ebenso die Herkunft der Solvium-Container. Auch hier schweigt sich Schumann aus. Offenbar aus gutem Grund, denn es liegt die Vermutung nahe, dass Solvium die Boxen von Conrendit-Fonds, die von der Conrendit-Geschäftsführung seit längerem zum Notverkauf gezwungen werden, günstig abkauft – um sie dann teuer an neue Anleger verkaufen zu können. Bereits beim Produkt Carat Capital Protect 2 war für Außenstehende unklar, woher die Container stammen. Bedauerlich ist schließlich, dass der Anbieter Vertriebspartner von sich überzeugen will, weil die Produkte nicht unter die AIFM-Richtlinie und der Vertrieb nicht unter die Gewerbeordnung (§§ 34 c, d, f) fallen würden.

Gretchenfrage. Bei allen Direktinvestments müssen sich die Anleger zwei wesentliche Fragen stellen: Wie schaffen es die Anbieter, den Investoren höhere Mieten zu zahlen als sie am Markt tatsächlich zu erwirtschaften sind? Und woher nehmen die Anbieter am Ende der Laufzeit das Kapital, um die Container zurückzukaufen?
Bei näherer Betrachtung steht und fällt das Investment mit dem Anbieter. Gerät er in Zahlungsschwierigkeiten, bekommen auch die Investoren Probleme. Angesichts dessen sollten Berater und Anleger die Anbieter auf Herz und Nieren testen; das betrifft im Besonderen die langfristige Bonität. Denn die höhere Miete ist über den anfänglich hohen Verkaufspreis eingepreist; sie werden also querfinanziert. Ob das am Ende beim Rückkauf auch gelingt, ist fraglich. In aller Regel, zumindest gilt das für die kleinsten und monetär schwächsten Unternehmen, sind die Anbieter auf den unmittelbaren Weiterverkauf des Containers angewiesen.
Vertriebe und Anleger sollten sich bei Container-Direktinvestments nicht von Wachstumstorys blenden lassen, sondern die nicht unerheblichen Risiken im Blick haben.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Turbulenzen

Flugzeuge waren viele Jahre als reine Leasingfonds ein Erfolgsmodell mit sehr geringen aber sehr sicheren Auszahlungen an überwiegend institutionelle Investoren. Flugzeuge waren in den 1990er Jahren ein geradezu langweiliges Investment. Das hat sich mit den operativen Modellen, wie sie Mitte der 2000er Jahre auf den Markt kamen und in denen das Bewirtschaftungsrisiko auf den Investor abgewälzt wird, wesentlich geändert. Aber auch der Luftfahrtmarkt hat sich stark gewandelt. ...

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