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KGAL SkyClass 58

Ein Portfolio aus mehreren Airbus A319

23.02.2013, von Robert Fanderl
ftx - aktuelle News
  • Bemerkenswerter Zweitmarktumsatz

    An der Fondsbörse Hamburg sind heute Anteile am Dr. Peters - DS-Fonds Nr. 95 MT "FRONT MELODY" im nominalen Wert von rund 480.000 Euro zu einem Kurs von 36 Prozent gehandelt worden. Vor ein paar Wochen stellte Dr. Peters den Anlegern ein mögliches Verkaufsszenario für Mitte dieses Jahres vor, das eine Schlusszahlung von 41 Prozent in Aussicht stellt.
  • Vertriebsstart für 26. INP-Fonds

    INP hat mit dem Vertrieb ihres neuen Beteiligungsangebotes begonnen. Der „26. INP Deutsche Sozialimmobilien“ investiert als risikogemischter Publikums-AIF in ein Portfolio aus fünf Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen sowie eine Kindertagesstätte an fünf Standorten in Deutschland. Das Fondsvolumen beträgt rund 53,5 Millionen Euro, davon 31 Millionen Eigenkapital. Vorgesehen sind monatliche Auszahlungen in Höhe von 4,5 Prozent p.a. Geplante Laufzeit des AIF ist bis Ende 2031. Prospektanalyse und Plausibilitätsprüfung demnächst auf fondstelegramm.de
  • Neuer OIF von KGAL mit ersten Objekten

    Der erste Offene Immobilien-Publikumsfonds der KGAL-Gruppe „KGAL immoSUBSTANZ“ startet mit dem Erwerb zweier Objekte in Metzingen und Wannweil (Landkreis Reutlingen). Sie sind langfristig an Rewe beziehungsweise Edeka vermietet. Der Eigentumsübergang fand am 1. März statt. Metzingen und Wannweil liegen in der wirtschaftsstarken Metropolregion Stuttgart und zeichnen sich durch eine positive Bevölkerungsentwicklung und ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau aus. Der Fonds richtet sich ausschließlich an Privatanleger.
  • AIF 2019 – geplantes Volumen rückläufig

    Laut Marktstudie der Dextro Group zu geplanten Emissionen von 42 Anbietern sollen im Jahr 2019 rund 2,3 Milliarden Euro Investitionsvolumen mittels Publikums-AIF angeboten werden (Vorjahr: 2,6 Mrd.), davon rund 1,3 Milliarden Euro Eigenkapital (1,5). Spezial-AIF sollen auf ein Investitionsvolumen von knapp 4,1 Milliarden Euro kommen (Vorjahr 5,3), etwas mehr als die Hälfte jeweils EK. Die Anzahl der geplanten Publikums-AIF soll 32 (Vorjahr 40) betragen, Spezial-AIF 31 (32). Rund 90 Prozent des Volumens wird auf Immobilienfonds entfallen, überwiegend mit inländischen Objekten.
  • RLI Investors erwirbt neue Logistikimmobilie in Leipzig

    RLI Investors, Spezialist für Logistikimmobilien, hat im Rahmen einer Off-Market-Transkation eine Logistikimmobilie in einem Gewerbegebiete bei Leipzig für den offenen Immobilien Spezial-AIF „RLI Logistics Fund–Germany II“ erworben. Das gerade fertig gestellte Objekt umfasst 13.000 Quadratmeter bereits vermietete Logistikmietfläche. Katrin Poos, Geschäftsführerin von RLI: „Mit dem Erwerb dieser Immobilie sind wir das erste Mal in der wachstumsstarken Region Halle-Leipzig aktiv geworden. Neben den sehr guten Standortfaktoren hat uns vor allem die hohe Neubauqualität des Objekts überzeugt.“
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Angebot. Die KGAL bietet mit dem Sky Class 58 die Möglichkeit zur Investition in bis zu zwölf Flugzeugen des Typs Airbus A319. Ein erster Flieger wurde bereits mittelbar – also über eine Objektgesellschaft – erworben. Je nach Platzierungsfortschritt sollen bis zu elf weitere Flugzeuge mittelbar erworben werden. Eine Beteiligung ist ab 10.000 Euro zuzüglich drei Prozent Agio möglich. Der Fonds ist grundsätzlich auf unbestimmte Zeit gegründet, der Prospekt sieht allerdings nur eine Laufzeit bis Ende 2018 vor.

Initiator. Die KGAL konzipiert seit über 40 Jahren innovative Finanzierungslösungen. Ende 2012 betreute die KGAL dabei 135 geschlossene Fonds. Diese setzen sich zusammen aus 63 Publikumsfonds, zehn Fonds für institutionelle Investoren und 62 individuellen Investments für vermögende Kunden. Insgesamt wurden so etwa 6,4 Milliarden Euro Eigenkapital investiert.
Produkte und Managementqualität wurden von zwei Analysehäusern mit „ausgezeichneter Qualität“ beziehungsweise „sehr hohe Qualität“ bewertet. Wissenswert dabei ist allerdings, dass die Einschätzungen von der KGAL in Auftrag gegeben und auch bezahlt worden sind. Ein Hinweis, der sich erfreulicherweise auch im Prospekt wiederfindet.
Objektiv betrachtet ist die Situation laut Prospekt wie folgt: Von 122 bewerteten Publikumsfonds, liegen zehn über, 92 innerhalb und 20 unter der Prognose – gemessen an den Ausschüttungen. Dies entspricht einer Zielerreichung von 84 Prozent. Differenziert nach Assetklassen wurde im Bereich Flugzeuge 96 Prozent Prognoseerfüllung erreicht, im Bereich Infrastruktur 83 Prozent, im Bereich Immobilien 76 Prozent und im Bereich Schiffe 42 Prozent. In der Leistungsbilanz sind allerdings 73 Leasingfonds enthalten, die – jenseits des Bonitätsrisikos – aufgrund der Vertragsgestaltung meist Selbstläufer sind, also in der Regel eine hohe Zielerreichung gewährleisten. Rechnet man diese aus der Performancebetrachtung heraus, liegt die Prognoseerfüllung nur noch bei rund 61 Prozent. „Sehr hohe Qualität“ ist das wohl nicht mehr.

Assetmanager. Das Assetmanagement wird von der GOAL KG übernommen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 50 Vermarktungen in Form von Anschlussvermietungen oder Verkäufen von Flugzeugen durchgeführt. Die GOAL KG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa (40 Prozent) und der KGAL (60 Prozent).

Flugzeuge. Der Airbus A319 ist Mitglied der A320-Familie und als Kurz- beziehungsweise Mittelstreckenflugzeug auf eine Reichweite von bis zu 6.800 Kilometern ausgelegt. Die von Airbus in diesem Segment angebotene Produktlinie besteht aus den vier Flugzeugtypen A318, A319, A320 und A321. Der A320 ist dabei das Basismodell. Er bietet zwischen 150 und 180 Passagieren Platz. Der A319 hat einen im Vergleich zum A320 um 3,73 Meter verkürzten Rumpf und bietet – je nach Konfiguration – 124 bis 156 Passagieren Platz. Der A319 ist mit über 1.500 Bestellungen und rund 1.350 Auslieferungen ein sehr erfolgreiches Flugzeug und in den Flotten zahlreicher Fluggesellschaften weltweit stark verbreitet.

Kaufpreise. Die potentiellen Fondsflugzeuge wurden alle in den Jahren 2004 und 2005 vom Hersteller ausgeliefert, sind heute also rund acht Jahre alt. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt für jedes Flugzeug 18,1 Millionen US-Dollar. Zur Einschätzung der Angemessenheit der Kaufpreise liegen vier Gutachten vor. Die Gutachtereinschätzungen für den ersten angekauften Flieger liegen zwischen 15,5 und 20,4 Millionen US-Dollar.
Zum Vergleich: Lloyd Fonds hat im Jahr 2007 für den Fonds „Air Portfolio II“ zwei neue A319 für jeweils 36,875 Millionen US-Dollar gekauft. Damals haben die Gutachter auch Restwertprognosen abgegeben. Nach acht Jahren – also entsprechend dem Alter der hier relevanten Fondsflugzeuge – sollten die Flieger nach der im Jahr 2007 vorgenommenen Einschätzung noch 24,8 beziehungsweise 28,4 Millionen US-Dollar Wert sein. Die KGAL kauft nun zu 18,1 Millionen US-Dollar. Einmal mehr beweisen die Gutachter wohl, dass sie oft zu „gut“ achten.

Leasingnehmer. Leasingnehmerin ist Easyjet, eine britische Fluggesellschaft mit Sitz in Luton bei London. Sie wurde im März 1995 durch den zypriotischen Geschäftsmann Stelios Haji-Ioannou gegründet. Alle Verpflichtungen von Easyjetaus den Leasingverträgen werden von der Holdinggesellschaft Easyjet plc garantiert. Easyjet plc ist an der London Stock Exchange gelistet und Bestandteil des FTSE 250 Index. Die Gründerfamilie Haji-Ioannou hält rund 37 Prozent der Anteile. Die Holding hat in den vergangenen sieben Geschäftsjahren ihren Umsatz jährlich gesteigert, zuletzt auf 3,8 Milliarden Britische Pfund. In jedem dieser Jahre war der Gewinn nach Steuern positiv.
Easyjet hatte im Geschäftsjahr 2011/2012 über 58 Millionen Passagiere. Gemessen an den transportierten Passagieren ist Easyjet damit die größte Fluggesellschaft Großbritanniens und eine der führenden Fluggesellschaften Europas.

Leasingvertrag. Das von der Fondsgesellschaft mittelbar erworbene erste Flugzeug und die gegebenenfalls noch zu erwerbenden weiteren Flugzeuge sind im Durchschnitt für einen Zeitraum von rund 5,5 Jahren an Easyjet vermietet.
Die prospektierte Leasingrate beträgt umgerechnet 171.416 Euro im Monat. Sie setzt sich aus einem Euro- sowie einem US-Dollar-Anteil zusammen. Der US-Dollar Anteil entspricht der Tilgung und Verzinsung des US-Dollar-Darlehens. Mit dem Euro-Anteil werden nach Abzug der laufenden Kosten die Auszahlungen der Anleger finanziert.
Zum Vergleich: Die beiden A319 aus dem „Air Portfolio II“ von Lloyd Fonds waren ursprünglich zu 233.000 Euro im Monat vermietet. Nach der Insolvenz des Leasingnehmers erfolgte die Anschlussvermietung zu rund 180.000 Euro im Monat.
Zum Ende des Leasingvertrages hat Easyjet das oder die Flugzeuge im vertraglich vereinbarten Mindestzustand („Half-Life“) zurückzugeben. Der Begriff „Half-Life“ bezeichnet dabei den Zustand eines Flugzeuges, in dem sich die Flugzeugzelle, die Triebwerke, das Fahrwerk sowie die Hilfsturbine in der Mitte ihres Wartungsintervalls befinden.

Investition und Finanzierung. Das exemplarische Gesamtvolumen des Fonds für den Kauf eines Flugzeugs beträgt 14,8 Millionen Euro inklusive Agio. Es wird finanziert mit 4,2 Millionen Euro Eigenkapital, 0,1 Millionen Euro Agio und 10,4 Millionen Euro Fremdkapital. Für das Flugzeug wurden umgerechnet 13,9 Millionen Euro bezahlt. Bezogen auf das Gesamtvolumen entspricht das einer wirklich sehr guten Investitionsquote von über 94 Prozent. Die Fondsnebenkosten summieren sich auf knapp 0,8 Millionen Euro. Das sind niedrige 5,3 Prozent vom Gesamtvolumen. Bezogen auf das Eigenkapital inklusive Agio errechnet sich hingegen eine Kostenquote von rund 18 Prozent. Die verbleibenden Mittel (0,1 Millionen Euro) gehen in die Liquiditätsreserve.
Eine weitere Kennzahl ist der so genannte Kaufpreisfaktor. Auf Fondsebene liegt dieser beim 6,8-fachen der anfänglichen Jahresmiete, auf Ebene der Anleger, also unter Berücksichtigung sämtlicher Nebenkosten, beim etwa 7,2-fachen. Die vergleichsweise niedrigen, also attraktiven Werte haben ihre Ursache darin, dass für die gebrauchten Flieger ein deutlich niedrigerer Kaufpreis bezahlt wurde. Im Gegensatz dazu ist bei den Raten für gebrauchte Flieger kein entsprechend hoher Abschlag zu verzeichnen.

Prognoserechnung. Die Kalkulation basiert auf der Laufzeit des Leasingvertrags für das erste Flugzeug sowie der anschließenden Veräußerung des Fliegers im Jahr 2018. Die jährlichen Einnahmen betragen durchgehend gut zwei Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite fallen im Wesentlichen nur Kosten für die Anleger- und Fondsverwaltung sowie das Assetmanagement an, da der Leasingnehmer sämtliche Betriebs- und Wartungskosten zu tragen hat. Die Kosten der Anleger- und Fondsverwaltung sind aber wirklich üppig. Sie betragen schon anfänglich rund 2,2 Prozent bezogen auf das Eigenkapital. Hinzu kommen die Kosten für die technische Betreuung des Flugzeugs von anfänglich 42.000 Euro pro Jahr. Das sind rund zwei Prozent der Leasingeinnahmen. Interessant – wenn derzeit auch marktüblich – sind die Fremdkapitalkonditionen. Der Zinssatz liegt bei 3,88 Prozent jährlich. Davon entfallen 3,08 Prozent auf die Marge, der eigentliche Zins beträgt also nur 0,8 Prozent. Das langfristige Darlehen soll am Ende der geplanten Fondslaufzeit schon zu rund 65 Prozent getilgt sein. Die verbleibenden 35 Prozent müssen dann im Jahr der Veräußerung mit dem anteiligen Verkaufserlös getilgt werden.

Exitstrategie. Das Veräußerungsszenario unterstellt einen Verkauf des Flugzeugs zu einem Preis von umgerechnet 8,4 Millionen Euro. Dieser liegt deutlich unter dem durchschnittlichen gutachterlichen Mid-Case-Wert in Höhe von umgerechnet 11,2 Millionen Euro. Üppig ist auch hier das Honorar für die Vermarktung. Es fallen rund 450.000 Euro an. Bezogen auf das Eigenkapital sind das über zehn Prozent. Im Prospektszenario erhalten die Anleger einen anteiligen Liquidationserlös in Höhe von 97 Prozent ihrer Kapitaleinlage.

Verlaufsprognose. Die laufenden Auszahlungen sollen durchgehend acht Prozent pro Jahr betragen. Die Summe aller Auszahlungen inklusive Liquidationserlös beträgt dann 137 Prozent. Die Anleger realisieren damit nach Abzug des Kapitaleinsatzes einen Überschuss von 34 Prozent vor Steuern. Nach Abzug der für einen Spitzensteuerzahler fälligen Steuern von rund 13 Prozentpunkten bleibt ein Überschuss von etwa 21 Prozent. Das sind durchschnittlich gut vier Prozent im Jahr.

Erfolgsbeteiligung. Kann das Flugzeug für mehr als 10,9 Millionen US-Dollar verkauft werden, wird die AL Konzept mit 25 Prozent am Mehrerlös beteiligt. Unschön an dieser Regelung ist, dass mögliche Mindererträge aus dem laufenden Betrieb des Flugzeugs nicht gegengerechnet werden.

Steuerliche Aspekte. Die Anleger erzielen mit der Beteiligung an diesem Fonds Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Die steuerlichen Ergebnisse sind während der prognostizierten Betriebsphase des Flugzeugs durchgehend negativ. Diese können im Rahmen des Paragrafen 15 b Einkommensteuergesetz erst mit positiven Einkünften aus der Veräußerung des Flugzeuges verrechnet werden. Laut Ürognose erzielt der Fonds damit einen deutlichen Totalgewinn.

fondstelegramm-Meinung. Insgesamt betrachtet ein durchaus gelungenes Angebot. Die Kaufpreise der Flugzeuge sind im Vergleich zu einem Neubau wirklich günstig und damit ergibt sich eine attraktive Chance auf ein interessantes Investment. Positiv ist ferner, dass die beim Verkauf zugrunde gelegten Werte scheinbar – zumindest im Vergleich zu den genannten Gutachterwerten – vorsichtig gewählt wurden. Anderseits lässt sich anhand dieses Fonds, der hier zitierten Gutachterprognosen und deren Abgleich mit früheren Gutachtereinschätzungen zum A319 einmal mehr erkennen, dass die Gutachterwerte oft nicht einmal als Richtwerte wirklich hilfreich sind. Unschön bei diesem Fonds sind aber die hohen laufenden Kosten und auch die Vergütungen im Verkaufsfall sind nicht von schlechten Eltern.
Im Flugzeugbereich steht die KGAL für Qualität – aber die hat ihren stolzen Preis.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Prospektlektüre überflüssig?

Der BGH hat kurz hintereinander zwei Urteile gefällt (III ZR 109/17 und III ZR 498/16), die im Hinblick auf die Frage interessant sind, wie viel Aufwand ein Anleger bei der Lektüre der Prospekte betreiben muss. In beiden Fällen haben Anleger gescheiterter Schiffsfonds ihre Berater verklagt, sie hätten sie falsch beraten. Beide räumen jedoch ein, den Prospekt nicht gelesen zu haben. ...

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