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fondstelegramm |
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Sonntag, 05.09.2010
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| Hilf dir selbst! |
Liebe Leser,
die HSH Nordbank lagert mehr als ein Viertel ihrer Schiffskredite in ihre Ende 2009 gegründete Abbaubank aus, unternehmenspolitisch korrekt „Restructuring Unit“ genannt. Zwar beteuert Vorstand „Dr. No“ Nonnenmacher, die HSH würde die betroffenen Schiffe nicht zwangsverwerten. Gleichwohl sind Insiderstimmern zu vernehmen, dass es darum ginge, das ganze mittlere Segment der deutschen Reederlandschaft platt zu machen.
Der jetzt gefasste Kabinettsbeschluss, Beihilfen für Seeschiffe zu kürzen, kann da auch nicht gerade beruhigen. Die Politik zieht die Reeder dafür zur Rechenschaft, dass sie ihrem Versprechen, 600 Schiffe unter deutsche Flagge zu bringen, jahrelang nicht nachgekommen sind. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, sieht auch die Tonnagesteuer einmal mehr zur Disposition gestellt, auch wenn das noch keiner im Munde führt.
Unterdessen hellt sich die Lage der Schifffahrt auf. Im vergangenen Vierteljahr ging die Zahl der Auflieger von 600 auf 200 zurück, die Charterraten steigen, der internationale Handel zieht an. Hansa Treuhand hat den angekündigten Sanierungsfonds wieder abgesagt, weil die notwendig gewordenen Betriebsfortführungskonzepte schon mit den Mitteln von Altgesellschaftern umgesetzt werden können. Branchenweit haben private Anleger rund 200 Millionen Euro in Sanierungskonzepte investiert.
Dass „privatwirtschaftliche Ansätze Priorität haben“, wie es der neue maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, ausdrückt, heißt übersetzt: „Helft Euch selbst, wir haben auch kein Geld.“ Ökonomien gesunden aus eigener Kraft vielleicht nicht am schnellsten, auf jeden Fall aber nachhaltiger.
Eine gute Woche wünscht
Ihr Tilman Welther
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