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fondstelegramm |
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Sonntag, 05.09.2010
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| Zyklen |
Liebe Leser
die hohe Kunst des Investierens ist die Antizyklik. So bekannt dieser Gemeinplatz, so schwierig ist es, ihn in die Tat umzusetzen. Um die 20 Fonds akquirierten in den vergangenen Monaten Kapital um es gemäß eines Opportunity-Ansatzes in Schiffe zu investieren. Eine kritische Masse von zehn Millionen Euro haben davon allerdings lediglich drei überschritten. Um ganze Schiffe und nicht nur Zweitmarktbeteiligungen zu erwerben ist das zu wenig.
Allerdings tun sich eben jene Fonds, die genügend Geld eingesammelt haben, schwer damit, geeignete Objekte anzubinden. Im Markt gibt’s ein Hauen und Stechen darum, wer zum Zuge kommt, und die Fonds stehen nicht alle in der ersten Reihe.
Ist die Krise schon vorbei? Die Anzahl der Auflieger geht zurück, die Charterraten ziehen wieder an, die Stimmung hellt sich auf. Indes bleibt zum Beispiel die Bulkschifffahrt extrem volatil. Seit Ende Mai ist der Baltic Dry Index um fast die Hälfte eingebrochen. Insiderschätzungen zufolge sollen in den kommenden Jahren noch 600 Millionen Euro Sanierungskapital erforderlich werden und allenfalls die Hälfte wird von Altanlegern aufgebracht werden.
Die Ruhe dürfte also eine trügerische sein. Einige Poolschiffe konnten die Wirkung des Ratenabsturzes nur deswegen auffangen, weil sie sie in die Zeit gestreckt haben. Sie werden entsprechend auch langsamer aus dem Tal rausfahren – wenn sie überhaupt die dafür notwendige Fahrt wieder aufnehmen können. Hinzu kommt, dass einige Sanierungsverhandlungen der ersten Stunde mit einer schnelleren Erholung gerechnet haben und die Schiffe, für die zwar bereits im Herbst und Winter 2008 eine Sanierung auf die Beine gestellt wurde, immer noch nicht aus dem Gröbsten raus sind und eine zweite Sanierungsrunde erfordern könnten.
Bei entsprechendem Marktzugang bleibt die Antizyklik eine Option.
Eine gute Woche wünscht
Ihr Tilman Welther
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