http://www.metropolen18.de
https://www.deutsche-finance-blog.de/
Patrizia übernimmt neues Studentenwohnheim in Hamburg
» schließen

Entschärfen anstatt verkomplizieren

Interview mit Dr. Andreas Mattner

15.06.2018, von fondstelegramm
ftx - aktuelle News
  • Patrizia übernimmt neues Studentenwohnheim in Hamburg

    Der Augsburger Immobilienkonzern Patrizia übernimmt das neu gebaute Studentenwohnheim „Campus Hamburg“. Es liegt im Stadtteil Ottensen, die 141 Einzelapartments sind bereits vermietet. Projektentwickler „Kapitalpartner“ hat das Gebäude mit einer Gesamtwohnfläche von gut 3.000 Quadratmetern nach rund 20 Monaten Bauzeit zum 1. Dezember 2018 an Patrizia übergeben.
  • Marvest bietet Schiffsinvestment ab 500 Euro

    Die Ernst-Russ-Tochter Marvest GmbH, eine neue Crowdinvesting-Plattform für maritime Investments, bietet ein Nachrangdarlehen zur anteiligen Finanzierung des Mehrzweckfrachters „Louise Auerbach“ an. Ab 500 Euro kann man für den geplanten Zeitraum von 6 Jahren investieren. Vierteljährlich will die Emittentin eine Projektgesellschaft der Reederei Auerbach 6,5 Prozent p.a. auszahlen.
  • Anselm Gehling verlässt Dr. Peters

    Zum Jahresende verlässt Anselm Gehling die Dr. Peters Group. Er führte das Unternehmen sieben Jahre lang nach dem plötzlichen Tod des Firmengründers Jürgen Salamon im Jahr 2012. Er scheidet, wie das Unternehmen betont, auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen aus. An seine Stelle tritt eine der drei Töchter Jürgen Salamons, Kristina Salamon, die als Sprecherin der Geschäftsführung zusammen mit den Geschäftsführern Markus Koch und Albert Tillmann die Gruppe leiten wird.
  • Bemerkenswerter Zweitmarktumsatz

    Auf zweitmarkt.de wurden heute Anteile des Immobilienfonds Merkens 13 in Höhe von nominal 650.000 Euro zum Kurs von 50,5 Prozent gehandelt. Das EK-Volumen des Fonds beträgt rund 56 Millionen Euro, davon sind seit 1994 90 Prozent zurückgeführt worden.
  • Uli Fischer verstärkt Investmentteam der Fonds Finanz

    Uli Fischer verstärkt das Investmentteam des Münchner Maklerpools Fonds Finanz als Teamleiter Produktmanagement & IF Systemvertrieb und übernimmt die Verantwortung für die technische Weiterentwicklung der hauseigenen Beratungsplattform Advisor’s Studio. Fischer war zuvor u.a. bei Fundsaccess und Fundscapital.
alle anzeigen
Der ZIA Tag der Immobilienwirtschaft ist vorbei. Tag des Aufbruchs, Umbruchs, Durchbruchs?
Dr. Andreas Mattner: Der Tag der Immobilienwirtschaft war in erster Linie auch ein Tag der politischen Wertschätzung für unsere Branche. Trotz der zähen Koalitionsverhandlungen und des späten Regierungsantritts der Großen Koalition erst vor wenigen Monaten haben zwei Bundesminister, zwei Staatssekretäre und ein EU-Kommissar zu unserer Branche gesprochen. Besonders erfreulich waren die klaren Zusagen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, einen engen Dialog mit unserer Branche zu führen. Beide Ministerien sind existenziell für das Wohl der Immobilienwirtschaft. Aber wie gewohnt hätten wir uns mehr konkrete Umsetzungsvorhaben gewünscht. Insbesondere bei der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung, wie sie im Koalitionsvertrag angekündigt wird, finden sich noch keine Anzeichen einer Einführung. Beide Minister haben zwar angekündigt, sich dafür einzusetzen, doch wir sind aktuell noch skeptisch.
Zuversichtlich sind wir jedoch bei dem für Herbst angekündigten Wohnungsgipfel der Bundesregierung, den Baustaatssekretär Gunther Adler bei unserem Tag der Immobilienwirtschaft als einen „Gipfel der Antworten“ angekündigt hat.

Was erwartet die Immobilienwirtschaft konkret?
Dr. Andreas Mattner: Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD deutet an vielen Stellen daraufhin, dass die Politik die bedeutende Rolle der Immobilienwirtschaft verstanden hat – an einigen Stellen aber auch nicht.
Beim Klimaschutz haben sich die Koalitionäre auf Technologieoffenheit, Wirtschaftlichkeit, Vereinfachung und Freiwilligkeit verständigt. Das ist ebenso der richtige Weg wie die Abkehr von einer weiteren Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Denn bereits die EnEV 2016 stellte für mehrere Nutzungsarten der Immobilienwirtschaft die Grenze des heute technisch Möglichen dar. Im Wohnungssektor hat allein diese zu einer Verteuerung von durchschnittlich acht Prozent geführt. Im Koalitionsvertrag stimmen insbesondere die Vereinfachung des Ordnungsrechts und die geplante Bilanzierung von CO2-Einsparungen auf Quartiersebene zuversichtlich. Die geplante steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist eine weitere wichtige Triebfeder. Eine solche Abschreibungsmöglichkeit schafft neue Potenziale für die energetische Ertüchtigung von Bestandsgebäuden. Im Themengebiet Klimaschutz/Energiewende fühlen wir uns mit unseren Vorschlägen ernst genommen.
Auch die von der Bundesregierung angekündigte Neubauoffensive ist ein wichtiger Schritt, um die Immobilienmärkte zu entlasten. Ebenso begrüßen wir, dass die Baukostensenkungskommission ihre Arbeit so schnell wieder aufgenommen hat. Damit wurde ein wichtiger Aspekt aus dem Koalitionsvertrag zügig umgesetzt.

Wo muss nachjustiert werden?
Dr. Andreas Mattner: Bei all diesen positiven Erkenntnissen dürfte es im Mietrecht aber wohl die größten Verwerfungen geben. Hier wird die Arbeit vieler Wohnungsunternehmen erschwert. So reduziert die vorgesehene Senkung der Modernisierungsumlage auf acht Prozent künftig Investitionen - insbesondere entfallen energetische Sanierungen. Auch die Kappung von drei Euro der monatlichen Miete auf einen viel zu langen Zeitraum von sechs Jahren ist ein weiterer Modernisierungsblocker. Man kann davon ausgehen, dass in Zukunft bestehende und geplante Vorhaben zur Ertüchtigung von Gebäuden in vielen Fällen kritisch überdacht werden. Der energetischen Modernisierung leisten diese Vorhaben einen Bärendienst.
Außerdem soll der Mietspiegel nicht mehr alle zwei, sondern alle drei Jahre neu aufgestellt werden. Nicht zuletzt streicht man den Wohnungsbauunternehmen auch noch künftige Einnahmen, indem der qualifizierte Mietenspiegel nur noch alle drei Jahre aufgestellt werden muss. Was wie Verwaltungsvereinfachung aussieht, ist eine zusätzliche Mietpreisbremse durch die Hintertür.
Die Absicht der Regierung, den Weg in das Wohneigentum insbesondere für jüngere Käufergruppen zu erleichtern, ist richtig und wichtig. Die dazu beschlossenen Maßnahmen sind allerdings verbesserungswürdig, denn das Baukindergeld etwa setzt an den Kaufpreisen an. Viel wichtiger sind aber die Kaufnebenkosten, die aktuell den größten Stolperstein beim Immobilienkauf ausmachen. Die Koalitionäre hätten sich also vielmehr darauf konzentrieren sollen, wie die Grunderwerbsteuer-Rallye der Länder beendet werden kann. Wir müssen es schaffen, dass die Steuersätze der Länder wieder auf ein gesundes Maß zurückgedreht werden. Eventuelle Freibeträge für einzelne Käufergruppen könnten jedoch das Gegenteil erzeugen und höhere Steuersätze für alle anderen Käufer mit sich bringen. Das dürfen wir nicht zulassen.

Ihr Appell lautet also?
Dr. Andreas Mattner: Was wir jetzt brauchen, um über die angespannten Immobilienmärkte Herr zu werden, sind eine schnelle Umsetzung der Baulandoffensive, schnellere Grundstücksvergaben und Baugenehmigungsverfahren sowie die personelle Aufstockung in den Bau- und Planungsämtern. Insgesamt muss die Richtung lauten: Keine Verkomplizierung bestehender Prozesse und keine Verschärfungen mehr. Stattdessen echte Anreize für den Neubau von Wohn- und Wirtschaftsimmobilien.

Werden wir im Jahr 2019 sagen können: Wohnungsnot gelindert, Büro- und Gewerbeimmobilien ausreichend vorhanden?
Dr. Andreas Mattner: Ganz im Gegenteil, denn das Angebot für die aktuell hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien, aber insbesondere auch nach Büroimmobilien werden wir nicht innerhalb eines Jahres lösen können.
Im letzten Jahr kam es laut Frühjahrsgutachten des ZIA bundesweit zu einem sehr starken Einbruch der Fertigstellungszahlen von Büroflächen. Lediglich 1,6 Millionen Quadratmeter Neubaufläche wurden insgesamt in den 127 Büromärkten in Deutschland fertiggestellt. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr belief sich auf minus 16,5 Prozent beziehungsweise auf ein Minus von rund 320.000 Quadratmetern. Besonders stark gingen die Neubaufertigstellungen in den A-Städten zurück und beliefen sich auf etwa 700.000 Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 27,1 Prozent. Der Leerstand ging somit in den 127 deutschen Büromarktstädten zum siebten Mal in Folge zurück.
Diese Zahlen zeigen, dass die Politik die Lage auf den Immobilienmärkten prioritär behandeln muss. Dem Gesetzgeber sollte bewusst sein, dass Büroimmobilien einen ebenso bedeutenden – aus wirtschaftlicher Sicht sogar noch größeren – Anteil an unseren Städten und Gemeinden haben. Mangelt es an Büroflächen, mangelt es mittelfristig auch an Unternehmen, wenn diese keine geeigneten Flächen mehr finden können. Die wirtschaftliche Stärke der Städte steht hier auf dem Spiel, wenn gewichtige Gewerbesteuererträge plötzlich fehlen, weil das Unternehmen die Stadttore hinter sich gelassen hat.
Dr. Andreas Mattner ist Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Share Deals – 5/5 werde zu 10/10

Am 29. November haben sich die Finanzminister der Länder einmal mehr darauf verständigt, Share Deals erschweren zu wollen. Bereits im Juni dieses Jahres einigten sie sich auf den Vorschlag, dass Grunderwerbsteuer bereits dann ausgelöst werden möge, wenn mindestens 90 Prozent der Anteile einer Objektgesellschaft veräußert werden und nicht erst bei 95 Prozent, wie es gegenwärtig noch gilt. Auch die Haltefrist von derzeit fünf soll auf zehn Jahre verlängert werden. ...

Weitere Texte

  • Editorial KW 09: Blase oder keine?

    Marktanalyse

  • Fusion: ZIA und BSI führen Gespräche

    Politik

  • Pflegeimmobilien - Aufteiler kaufen zu horrenden Preisen den Markt leer

    Immobilien Inland

  • Pflegeimmobilien - Aufteiler kaufen zu horrenden Preisen den Markt leer

    Marktanalyse

  • Symptompolitik, Brexit, Digitalisierung - aktuelle Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft

    Marktanalyse

  • Heißes Pflaster Berlin

    Marktanalyse

http://www.alzheimer-forschung.de/