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Briese und Oltmann emittieren Schiffsfonds
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Solvium Capital: Alte Probleme in neuem Gewand

Versicherung und Containerherkunft werfen Fragen auf

24.02.2013, von Alexander Endlweber
ftx - aktuelle News
  • Positionswechsel bei der eFonds AG

    Der Aufsichtsrat der eFonds AG hat Reiner Seelheim mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Gleichzeitig übernimmt Alexander Betz, der bisher diese Position innehatte, den Vorsitz des Aufsichtsrats. Reiner Seelheim war seit 2010 Mitglied des Aufsichtsrats und seit 2012 dessen Vorsitzender.
  • Bafin untersagt „Teakinvestment“-Angebot von Life Forestry

    Die Bafin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt. Anbieter ist die Life Forestry Switzerland AG, die aber keinen von der Bafin gebilligten Prospekt für diese Vermögensanlage veröffentlicht hat.
  • Briese und Oltmann emittieren Schiffsfonds

    Die Briese Service Management GmbH begibt eine KG-Beteiligung nach Vermögensanalgengesetz am Mehrzweckfrachter „MS Bootes“. Das Fondsvolumen beträgt 8,7 Millionen Euro, davon knapp 5 Millionen Euro Eigenkapital, das ab 20.000 Euro gezeichnet werden kann. Geplante Laufzeit ist 16 Jahre.
  • LHI erwirbt Bürogebäude in Konstanz für neuen Publikums-AIF

    Noch in diesem Jahr will LHI mit einem neuen AIF auf den Markt kommen. Zur Bestückung des Portfolios hat LHI ein 1990 errichtetes Büroobjekt, das „Max-Areal“ in Konstanz, erworben. Es hat rund 4.500 qm Mietfläche und 68 Stellplätze. Verkäufer ist die ortsansässige Dr. Lang Group. Das Objekt ist vollständig an sieben Parteien vermietet.
  • Union Investment kauft Hotel in USA für UniImmo:Global

    Union Investment hat in Charleston, South Carolina eine Hotelimmobilie erworben. Das 2015 eröffnete Objekt vereint zwei Hyatt-Hotelkonzepte unter einem Dach: Zum einen ein Apartmenthotel für längerfristige Aufenthalte, zum anderen ein Hyatt Place, eine Marke aus dem gehobenen Hotelsegment, zusammen umfasst das Objekt 300 Zimmer. Die Hotels sind für einen Zeitraum von 30 Jahren an den Betreiber, die Pyramid Hotel Group, verpachtet. Union Investment bringt die Hotelimmobilie in den Bestand Ihres Offenen Immobilien-Publikumsfonds UniImmo: Global ein.
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Containerisation. Der Schiffstransport hat sich in den vergangenen Jahren noch stärker „containerisiert“. Das beflügelt die Anbieter von Containerinvestments. Der Trend weg von Containerfonds hin zu Direktinvestments setzt sich weiter fort. Das Prinzip der Produkte ist zwar denkbar einfach. Die Risiken sind aber für viele unüberschaubar hoch. Anleger erwerben von den Produktanbietern verschiedene Container. In der Werbung heißt es, dass diese Boxen bereits (langfristig) vermietet sind. Mit dem Kaufvertrag unterschreiben die Anleger einen Mietvertrag. Der Anleger vermietet seine Container dem Verkäufer zurück; der wiederum vermietet die Container letztendlich an die Reeder.

Rückkauf. Am Ende der Laufzeit – in der Regel drei bis fünf Jahre nach dem wirksamen Vertragsabschluss – können die Anleger ihre Container an den Verkäufer zurückverkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung wird bereits bei der Investition geschlossen. Der spätere Rückkaufspreis steht nicht fest; in den Verkaufsunterlagen werden also Annahmen getroffen oder Abschläge vorgenommen. Mit einer Ausnahme: bei Solvium Capital sollen die Anleger am Ende der Laufzeit garantiert den ursprünglichen Kaufpreis erhalten. Stellt sich die Frage, ob das überhaupt möglich ist.

Fragwürdige „Versicherung“. Fragen wirft unterdessen das Konzept der Protect-Reihe von Solvium Capital – einst als Carat Capital gegründet – auf. Der Anbieter aus Castrop-Rauxel, an dem der Hamburger Fondsinitiator Conrendit beteiligt ist, wirbt mit einer Absicherung der Basismiete und des Rückkaufpreises durch „eine internationale führende Versicherung“. Stellenweise wirbt das Unternehmen mit einer „namhaften deutschen Versicherung mit Ratings im oberen Investment-Grade“. Doch was oder wer für welche Ereignisse und über welchen Zeitraum versichert ist, verrät Solvium Capital weder in den Verkaufsunterlagen noch auf Anfrage. Geschäftsführer Marc Schumann, der jedenfalls bis vor kurzem auch bei Conrendit tätig war, blockte mit dem Verweis auf das Geschäftsgeheimnis ab.

Allianz winkt ab. Selbst Investoren und Vertriebspartner bekommen die angeblich vorhandene Versicherung, für die es entsprechende Vertragsunterlagen geben müsste, nicht zu sehen. Stattdessen reicht der Anbieter bei Bedarf ein Wirtschaftsprüfer-Schreiben herum, das die Existenz der Versicherung bestätigen soll. Außerdem suspekt: Nicht einmal der Name der Versicherung wird genannt. Nur wenn Vertriebspartner beharrlich nachfragen, wird die Allianz als Versicherer genannt. Unsere redaktionelle Anfrage bei Deutschlands größter und führender Versicherung ergab jedoch, dass im gesamten Konzern keine Versicherung zur Absicherung der Basis- und Kapitalrendite bei Solvium-Anlageprodukten existiert.

Auch die Herkunft wirft Fragen auf. Interessant ist ebenso die Herkunft der Solvium-Container. Auch hier schweigt sich Schumann aus. Offenbar aus gutem Grund, denn es liegt die Vermutung nahe, dass Solvium die Boxen von Conrendit-Fonds, die von der Conrendit-Geschäftsführung seit längerem zum Notverkauf gezwungen werden, günstig abkauft – um sie dann teuer an neue Anleger verkaufen zu können. Bereits beim Produkt Carat Capital Protect 2 war für Außenstehende unklar, woher die Container stammen. Bedauerlich ist schließlich, dass der Anbieter Vertriebspartner von sich überzeugen will, weil die Produkte nicht unter die AIFM-Richtlinie und der Vertrieb nicht unter die Gewerbeordnung (§§ 34 c, d, f) fallen würden.

Gretchenfrage. Bei allen Direktinvestments müssen sich die Anleger zwei wesentliche Fragen stellen: Wie schaffen es die Anbieter, den Investoren höhere Mieten zu zahlen als sie am Markt tatsächlich zu erwirtschaften sind? Und woher nehmen die Anbieter am Ende der Laufzeit das Kapital, um die Container zurückzukaufen?
Bei näherer Betrachtung steht und fällt das Investment mit dem Anbieter. Gerät er in Zahlungsschwierigkeiten, bekommen auch die Investoren Probleme. Angesichts dessen sollten Berater und Anleger die Anbieter auf Herz und Nieren testen; das betrifft im Besonderen die langfristige Bonität. Denn die höhere Miete ist über den anfänglich hohen Verkaufspreis eingepreist; sie werden also querfinanziert. Ob das am Ende beim Rückkauf auch gelingt, ist fraglich. In aller Regel, zumindest gilt das für die kleinsten und monetär schwächsten Unternehmen, sind die Anbieter auf den unmittelbaren Weiterverkauf des Containers angewiesen.
Vertriebe und Anleger sollten sich bei Container-Direktinvestments nicht von Wachstumstorys blenden lassen, sondern die nicht unerheblichen Risiken im Blick haben.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Mietpreisbremse reloaded

Die Bilanz nach Einführung der Mietpreisbremse vor drei Jahren fällt einigermaßen ernüchternd aus. Den weiteren Anstieg von Wohnungsmieten in besonders begehrten Ballungszentren konnte sie jedenfalls nicht verhindern. Entsprechend hat die Bundesregierung schon im Koalitionsvertrag verfügt, dass sie da nachbessern werde. Das Kabinett hat der neue Gesetzentwurf schon passiert und vergangene Woche wurde er in den Bundestag eingebracht. ...

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