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Anselm Gehling verlässt Dr. Peters
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Solvium Capital: Alte Probleme in neuem Gewand

Versicherung und Containerherkunft werfen Fragen auf

24.02.2013, von Alexander Endlweber
ftx - aktuelle News
  • Marvest bietet Schiffsinvestment ab 500 Euro

    Die Ernst-Russ-Tochter Marvest GmbH, eine neue Crowdinvesting-Plattform für maritime Investments, bietet ein Nachrangdarlehen zur anteiligen Finanzierung des Mehrzweckfrachters „Louise Auerbach“ an. Ab 500 Euro kann man für den geplanten Zeitraum von 6 Jahren investieren. Vierteljährlich will die Emittentin eine Projektgesellschaft der Reederei Auerbach 6,5 Prozent p.a. auszahlen.
  • Anselm Gehling verlässt Dr. Peters

    Zum Jahresende verlässt Anselm Gehling die Dr. Peters Group. Er führte das Unternehmen sieben Jahre lang nach dem plötzlichen Tod des Firmengründers Jürgen Salamon im Jahr 2012. Er scheidet, wie das Unternehmen betont, auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen aus. An seine Stelle tritt eine der beiden Töchter Jürgen Salamons, Kristina Salamon, die als Sprecherin der Geschäftsführung zusammen mit den Geschäftsführern Markus Koch und Albert Tillmann die Gruppe leiten wird.
  • Bemerkenswerter Zweitmarktumsatz

    Auf zweitmarkt.de wurden heute Anteile des Immobilienfonds Merkens 13 in Höhe von nominal 650.000 Euro zum Kurs von 50,5 Prozent gehandelt. Das EK-Volumen des Fonds beträgt rund 56 Millionen Euro, davon sind seit 1994 90 Prozent zurückgeführt worden.
  • Uli Fischer verstärkt Investmentteam der Fonds Finanz

    Uli Fischer verstärkt das Investmentteam des Münchner Maklerpools Fonds Finanz als Teamleiter Produktmanagement & IF Systemvertrieb und übernimmt die Verantwortung für die technische Weiterentwicklung der hauseigenen Beratungsplattform Advisor’s Studio. Fischer war zuvor u.a. bei Fundsaccess und Fundscapital.
  • Generationswechsel bei Project

    Michael Seeberger, ältester Sohn von Firmengründer Jürgen Seeberger, ist zum 1. November 2018 in den Vorstand der Holdinggesellschaft Project Real Estate AG eingetreten. Dort führt er neben Jens Müller, Henning Niewerth, Karen Rieck, Matthias Schindler und Michael Weniger die Unternehmensgruppe mit rund 600 Mitarbeitern. Vater Seeberger wechselte vergangenes Jahr in den Aufsichtsrat.
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Containerisation. Der Schiffstransport hat sich in den vergangenen Jahren noch stärker „containerisiert“. Das beflügelt die Anbieter von Containerinvestments. Der Trend weg von Containerfonds hin zu Direktinvestments setzt sich weiter fort. Das Prinzip der Produkte ist zwar denkbar einfach. Die Risiken sind aber für viele unüberschaubar hoch. Anleger erwerben von den Produktanbietern verschiedene Container. In der Werbung heißt es, dass diese Boxen bereits (langfristig) vermietet sind. Mit dem Kaufvertrag unterschreiben die Anleger einen Mietvertrag. Der Anleger vermietet seine Container dem Verkäufer zurück; der wiederum vermietet die Container letztendlich an die Reeder.

Rückkauf. Am Ende der Laufzeit – in der Regel drei bis fünf Jahre nach dem wirksamen Vertragsabschluss – können die Anleger ihre Container an den Verkäufer zurückverkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung wird bereits bei der Investition geschlossen. Der spätere Rückkaufspreis steht nicht fest; in den Verkaufsunterlagen werden also Annahmen getroffen oder Abschläge vorgenommen. Mit einer Ausnahme: bei Solvium Capital sollen die Anleger am Ende der Laufzeit garantiert den ursprünglichen Kaufpreis erhalten. Stellt sich die Frage, ob das überhaupt möglich ist.

Fragwürdige „Versicherung“. Fragen wirft unterdessen das Konzept der Protect-Reihe von Solvium Capital – einst als Carat Capital gegründet – auf. Der Anbieter aus Castrop-Rauxel, an dem der Hamburger Fondsinitiator Conrendit beteiligt ist, wirbt mit einer Absicherung der Basismiete und des Rückkaufpreises durch „eine internationale führende Versicherung“. Stellenweise wirbt das Unternehmen mit einer „namhaften deutschen Versicherung mit Ratings im oberen Investment-Grade“. Doch was oder wer für welche Ereignisse und über welchen Zeitraum versichert ist, verrät Solvium Capital weder in den Verkaufsunterlagen noch auf Anfrage. Geschäftsführer Marc Schumann, der jedenfalls bis vor kurzem auch bei Conrendit tätig war, blockte mit dem Verweis auf das Geschäftsgeheimnis ab.

Allianz winkt ab. Selbst Investoren und Vertriebspartner bekommen die angeblich vorhandene Versicherung, für die es entsprechende Vertragsunterlagen geben müsste, nicht zu sehen. Stattdessen reicht der Anbieter bei Bedarf ein Wirtschaftsprüfer-Schreiben herum, das die Existenz der Versicherung bestätigen soll. Außerdem suspekt: Nicht einmal der Name der Versicherung wird genannt. Nur wenn Vertriebspartner beharrlich nachfragen, wird die Allianz als Versicherer genannt. Unsere redaktionelle Anfrage bei Deutschlands größter und führender Versicherung ergab jedoch, dass im gesamten Konzern keine Versicherung zur Absicherung der Basis- und Kapitalrendite bei Solvium-Anlageprodukten existiert.

Auch die Herkunft wirft Fragen auf. Interessant ist ebenso die Herkunft der Solvium-Container. Auch hier schweigt sich Schumann aus. Offenbar aus gutem Grund, denn es liegt die Vermutung nahe, dass Solvium die Boxen von Conrendit-Fonds, die von der Conrendit-Geschäftsführung seit längerem zum Notverkauf gezwungen werden, günstig abkauft – um sie dann teuer an neue Anleger verkaufen zu können. Bereits beim Produkt Carat Capital Protect 2 war für Außenstehende unklar, woher die Container stammen. Bedauerlich ist schließlich, dass der Anbieter Vertriebspartner von sich überzeugen will, weil die Produkte nicht unter die AIFM-Richtlinie und der Vertrieb nicht unter die Gewerbeordnung (§§ 34 c, d, f) fallen würden.

Gretchenfrage. Bei allen Direktinvestments müssen sich die Anleger zwei wesentliche Fragen stellen: Wie schaffen es die Anbieter, den Investoren höhere Mieten zu zahlen als sie am Markt tatsächlich zu erwirtschaften sind? Und woher nehmen die Anbieter am Ende der Laufzeit das Kapital, um die Container zurückzukaufen?
Bei näherer Betrachtung steht und fällt das Investment mit dem Anbieter. Gerät er in Zahlungsschwierigkeiten, bekommen auch die Investoren Probleme. Angesichts dessen sollten Berater und Anleger die Anbieter auf Herz und Nieren testen; das betrifft im Besonderen die langfristige Bonität. Denn die höhere Miete ist über den anfänglich hohen Verkaufspreis eingepreist; sie werden also querfinanziert. Ob das am Ende beim Rückkauf auch gelingt, ist fraglich. In aller Regel, zumindest gilt das für die kleinsten und monetär schwächsten Unternehmen, sind die Anbieter auf den unmittelbaren Weiterverkauf des Containers angewiesen.
Vertriebe und Anleger sollten sich bei Container-Direktinvestments nicht von Wachstumstorys blenden lassen, sondern die nicht unerheblichen Risiken im Blick haben.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Share Deals – 5/5 werde zu 10/10

Am 29. November haben sich die Finanzminister der Länder einmal mehr darauf verständigt, Share Deals erschweren zu wollen. Bereits im Juni dieses Jahres einigten sie sich auf den Vorschlag, dass Grunderwerbsteuer bereits dann ausgelöst werden möge, wenn mindestens 90 Prozent der Anteile einer Objektgesellschaft veräußert werden und nicht erst bei 95 Prozent, wie es gegenwärtig noch gilt. Auch die Haltefrist von derzeit fünf soll auf zehn Jahre verlängert werden. ...

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