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MPC-Marke Staytoo eröffnet erstes Apartmenthaus in Berlin
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Sisyphos lässt grüßen

Plädoyer für eine neue Risikokultur.
Ein Kommentar von Tilman Welther

27.01.2013, von fondstelegramm
ftx - aktuelle News
  • Kanam: LCI erwirbt Kugelhaus in Dresden

    Der offene Immobilienfonds Leading Cities Invest (LCI) hat sein Portfolio um das "Kugelhaus" in Dresden erweitert. Im zentral gelegenen Objekt sind Einzelhandelsflächen und ein Erlebnisrestaurant untergebracht. Neuer Hauptmieter mit einem 10-Jahresvertrag ist der französische Sportartikelhändler Decathlon. Der LCI ist jetzt in 13 Objekten in sechs Städten und drei Ländern mit verschiedenen Nutzungsarten außer Wohnen investiert. Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht dokumentiert eine Rendite von 3,3 Prozent für das Jahr 2017.
  • MPC-Marke Staytoo eröffnet erstes Apartmenthaus in Berlin

    Das Staytoo-Berlin in der Dudenstraße hat 154 Apartments zwischen 17 und 24 Quadratmeter, die all-inclusive ab 599 Euro im Monat gemietet werden können. Weitere Staytoo-Standorte sind Bonn, Nürnberg, Kaiserslautern und Leipzig.
  • BVI zu Fondsgebühren

    Auf der Basis von Morningstar-Daten hat der BVI die Kosten von 91.000 aktiv gemanagten Fonds, Aktien-, Misch-, Renten- und Geldmarktfonds, untersucht und folgende Größenordnungen ermittelt. Die laufenden Kosten in Deutschland aufgelegter Fonds liegen mit 1,3 Prozent etwa im europäischen Durchschnitt von 1,2 Prozent. Aktienfonds sind mit 1,5 Prozent etwas teurer, deutsche Aktienfonds schneiden jedoch im europäischen Vergleich etwas günstiger ab. Deutsche Mischfonds kosten laufend im Schnitt 1,6 Prozent, Rentenfonds 0,8 und unterscheiden sich kaum von europäischen Durchschnittswerten. Geldmarktfonds schneiden europaweit mit Kosten zwischen 0 und 0,2 Prozent am günstigsten ab. Der BVI bestätigt damit im Prinzip die Zahlen einer entsprechenden ESMA-Erhebung von vergangenem Jahr. Er warnt jedoch davor, dass die behördliche Analyse und Bewertung von Kosten einen ersten Schritt zu ihrer Festlegung bedeuten könnte, was einem staatlichen Eingriff in die Wettbewerbs- und Vertragsfreiheit bedeuten würde.
  • Commerz Real verkauft Hotel Maritim Köln an Art-Invest Real Estate

    Die Art-Invest Real Estate hat das 4 Sterne-Konferenzhotel Maritim Köln für ihren „Hotel-Manage to Core-Fonds“ erworben. Bisheriger Eigentümer war seit 1997 der geschlossene Immobilienfonds CFB 111 der Commerz Real. Für die Anleger des CFB 111 summiert sich der Gesamtmittelrückfluss nach dem Verkauf auf mehr als 340 Prozent der Nominalbeteiligung über die gesamte Laufzeit der unternehmerischen Beteiligung. Dies entspricht einer Rendite von rund 8,3 Prozent pro Jahr vor Steuern.
  • Bemerkenswerte Zweitmarktumsätze

    Heute wurden auf zweitmarkt.de Nominalanteile in Höhe von 81.000 Euro am Gebab-Fonds MS "Buxcliff" zum Kurs von 300 Prozent gehandelt. Bereits am 25. April wechselten Anteile im Nominalwert von einer halben Million Euro am AXA Merkens XV zum Kurs von 83 Prozent den Besitzer.
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Das Ende des risikofreien Zins. Der Basiszinssatz ist im Jahr 12 seiner regelmäßigen Berechnung durch die Bundesbank erstmalig negativ geworden. Im Januar 2013 wurde er auf minus 0,13 Prozent taxiert. Die risikofreie Kapitalanlage, die zwar ein wenig Bescheidenheit bei der Verzinsung erfordert, dafür aber kleine gesicherte Vermögenszuwächse jedes Jahr ermöglicht – die gibt es nicht mehr. Die so genannten risikofreien Kapitalanlagen bringen allenfalls noch um ein Prozent Zinsen. Die Inflationsrate – und das ist ja auch schon eine volkswirtschaftliche Meisterleistung – liegt trotz jahrelanger Krise de facto bei knapp zwei Prozent, wenn auch gefühlt doppelt bis drei Mal so hoch.

Was heißt das? Das heißt zunächst mal nur, dass die Zeiten, in denen ruhendes Vermögen gemütlich vor sich hin wuchs, einstweilen vorbei sind. Aber auch der Kapitalerhalt eo ipso, der Jahrzehnte lang eine Selbstverständlichkeit zu sein schien, ist nicht mehr gegeben. Vermögen, das sich selbst überlassen wird, schmilzt ab. Die Inflation wird eher rauf als runter gehen, der Zins für risikofreie und risikoarme Kapitalanlagen wird noch einige Jahre, extrem niedrig, jedenfalls unterhalb der Inflationsquote bleiben. Passiver Kapitalerhalt ist ein Märchen von gestern. Sisyphos lässt grüßen.

Anleger aller Art, Privatanleger wie Institutionelle, gehen nach wie vor von der Vorstellung arbeitenden, sich selbst mehrenden Kapitals aus. Wenn man denn nur genügend davon hat, dann sei die Mehrung ein Selbstläufer. Arbeitendes Kapital gibt es in diesem Sinne aber nicht mehr. Man müsste stattdessen eher von sublimierendem Kapital reden, von Kapital, dessen fester Zustand unter Umgehung seines liquiden Aggregatzustands unmittelbar verdampft.

Insbesondere Stiftungen, die die Verfolgung ihres gemeinnützigen Zwecks und den eigenen organisatorischen Selbsterhalt aus Kapitalerträgen finanzieren müssen, befinden sich in einer Zwickmühle: Sie müssen laut Stiftungsrecht Kapital erhaltend anlegen, dürfen aber kein Risiko eingehen. Das ist im gegenwärtigen Zins- und Inflationsuniversum nicht mehr darstellbar. Das Stiftungsrecht ist an dieser Stelle nicht mehr zeitgemäß.

Privatanleger brauchen zwar nicht auch noch einen juristischen Konflikt fürchten, wenn ihr Kapital verdampft, anstatt sich substanziell zu mehren. Aber angesichts zweifelhafter Rentenversprechungen und der Notwendigkeit, mehr Polster für die eigene Altersvorsorge aufzubauen ist „Wie gewonnen so zerronnen“ nicht nur schwer zu ertragen, sondern kann im Einzelfall auch in existenzielle Nöte führen.

Was hilft? Grundsätzlich muss mehr Wissen um Finanzen her und mehr Verständnis betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge. In längerfristiger Hinsicht wäre die Einführung eines entsprechenden Schulfachs oder eines „Anlegerführerscheins“ nicht verkehrt. In kürzerfristiger Perspektive müssen Anleger einen neuen Sinn für Risiko entwickeln. Es wird in absehbarer Zeit keine Form der Kapitalanlage mehr geben, die die Inflationsrate nennenswert übersteigt und frei jeglichen Risikos ist. Das Spektrum der Risiken ist weit, zu weit um Risiko generell als Teufelszeug abzutun. Es gibt Risiken wie „der unwahrscheinliche Fall eines Druckverlusts in der Kabine“, die man getrost ausblenden darf. Und es gibt kapitale Totalverluste, Betrug und Dilettantismus, die sich mitunter so deutlich im Vorfeld zu erkennen geben, dass den Betroffenen dann auch nicht mehr zu helfen ist.

Das Spektrum der Risiken. Interessant wird es bei den Risiken, die zwischen den Extremen liegen. Es gibt Risiken, die man eingehen kann, weil sie sich klar beschreiben lassen, weil sie sich steuern lassen, weil sie keine unwägbaren Folgerisiken mit sich führen. Die Klassifizierung, die das Institut der Wirtschaftsprüfer vorgeschlagen hat, hilft da schon ganz gut weiter. Es unterscheidet Prognose gefährdende, Anlage gefährdende und Anleger gefährdende Risiken. Wer sich ein Bild über die Risiken verschaffen möchte, die in einem Kapitalanlageangebot stecken, kann damit schon ganz brauchbare Erkenntnisse erzielen. Nach dieser quantitativen Risikobewertung kann noch eine qualitative Risikobewertung erfolgen, indem man die Investitionsobjekte, Verantwortliche, deren Partner und nicht zuletzt die Verträge unter die Lupe nimmt.

Risiko-Sensibilisierung. Je genauer man ein Risiko kennt, umso eher kann man es eingehen. Eine Binsenweisheit, richtig. Aber wenn die Krise auch vieles an Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt hat: Dass hohe Renditen nur mit hohem Risiko zu haben sind, daran hat sich nichts geändert. Wer also dem Sublimieren seines Kapitals Einhalt gebieten will, der wird nicht umhin kommen, mehr und größere Risiken einzugehen. Ich halte das in dem Maße für vertretbar, in dem es durch eine erhöhte Risiko-Sensibilisierung gestützt ist.
Dr. Tilman Welther

Editorial

Janusköpfig

Immobilien-Crowdinvestings haben sich als Alternative zu bisherigen Instrumenten des Gap-Financing entwickelt. Projektentwickler können über Crowdinvesting-Plattformen relativ günstig die letzte Lücke ihrer Finanzierung schließen. Banken dürfen bei der Finanzierung von Projekten Beleihungsgrenzen nicht überschreiten und erwarten Engagement in Form von Eigenkapital. Projektentwickler betreuen jedoch in der Regel mehrere Projekte parallel, so dass ihre Mittel schnell rar werden. ...

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