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Dienstag, 21.05.2013
Zu treuen Händen ...
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Wenn das Vermögen stiften geht

Liebe Leser,

vergangene Woche war Stiftungstag. Alljährlich treffen sich rund 1.600 Vertreter deutscher Stiftungen, um sich gegenseitig auf den Stand der Dinge zu bringen. Themen diesmal waren gegenwärtiges und zukünftiges gesellschaftliches Engagement in europäischer Perspektive, wie man Kooperationen eingeht und mit welchem Erfolg, wie man die Wirkung von Stiftungsengagement misst und so weiter.

Inoffizielles Zentrum aller Aufmerksamkeit war jedoch die Sorge um die zukünftige finanzielle Ausstattung. Stiftungen sind laut Stiftungsrecht in der Regel verpflichtet, ihr Vermögen zu erhalten und die Verfolgung des Stiftungszwecks aus Vermögenserträgen sicherzustellen. Weil das im Niedrigzinsumfeld, das sich seit Jahren ausbreitet, immer schwieriger wird, ist die Ratlosigkeit groß.

Eine Podiumsdiskussion versuchte es mit Fundraising, bekam aber mit dem schnippischen Bescheid „Wir sind eine Stiftung, wir gehen doch nicht betteln!“ recht schnell die Grenzen ihrer Möglichkeiten aufgezeigt. Das Universum der Stiftungsinvestments ist schnell umrissen. Es besteht aus Rentenpapieren. Dann kommt sehr, sehr lange nichts und ganz am Rande stehen bei den besonders fortschrittlichen Stiftungsvermögensverwaltern ein paar Prozent Aktien. Die Diskussion um eine angemessen Reaktion auf das Niedrigzinsumfeld, das mitunter die Verfolgung des Stiftungszwecks infrage stellt, erschöpfte sich in den meisten Panels in der bangen Frage, ob man denn jetzt den Aktienanteil erhöhen müsse.

Zum Glück gab es auch Ausnahmen. Ein paar wenige Manager von Stiftungsvermögen, konnten auf Erfolge mit Beteiligungen, Direktinvestments und sogar Darlehensvergaben an einzelne Unternehmen verweisen. Sie wurden wie Exoten bestaunt. Nach ihrem Erfolgsrezept befragt, verwiesen sie auf praktische Erfahrung und auf den Wert unabhängiger Information.

In diesem Sinne wünscht eine gute Woche:
Tilman Welther

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